Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Oktober 2010

Das Wort Eutonie kommt aus dem griechischen:

eu = wohl, gut, harmonisch; tonos = Spannung.

Die Eutonie wurde erstmals 1959 nach langjähriger Entwicklungsarbeit der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Begründerin der Eutonie ist die schwedische Physiotherapeutin Gerda Alexander (1908-1994).

Bei der Eutonie spielt mehr der Kontakt mit der Umwelt über die Haut eine große Rolle; weniger die Beobachtung.

Ziel der Eutonie ist es, ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Anspannung und Loslassen zu finden, um eine maximale Elastizität der Muskelkraft zu erreichen, sowie die Entwicklung der Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit des Körpers. Ebenso hilft Eutonie auch bei Ängsten, Schlaflosigkeit, Stress und Depressionen.

Die Übungsweisen der Eutonie sind verschieden. Zum einen erfährt man über die Berührung mit der Haut die eigenen Grenzen des Körpers, entwickelt Sensibilität und stimuliert die Haut.

Andererseits kann man auch den Körper von innen kennenlernen, ein Gefühl für Muskulatur und Knochen entwickeln und dadurch den eigenen Körper beleben.

Eine weitere Übungsweise ist der Kontakt zur “Außenwelt” um die Auswirkungen des eigenen Handelns zu erkennen.

Die Fortbewegung im Raum hilft durch die Lösung von eingefahrenen Haltungsfehlern in der Bewegungsmuskulatur die Reaktionsfähigkeit oder die eigenen Bewegungsabläufe zu verbessern, was auch zur Selbstbewusstseinsförderung beiträgt.

Diese Methode erfordert eine mehrjährige Ausbildung und ist kaum geeignet sich in Fitnesskursen als eigenständige Einheit durchzusetzen, jedoch lassen sich einzelne, leicht durchführ- und nachvollziehbare Übungen in einen Entspannungskurs oder in eine Entspannungsphase einbauen:

Eine sehr schöne und leichte Übung im Stehen ist z.B. die sanfte Massage des Rückens mit zwei Igelbällen an einer Wand. Dabei stellt man sich rücklings zur Wand, dazwischen die beiden Igelbälle geklemmt (oder auch nur einen Ball für das erstmalige Üben), und rollt durch in die Knie gehen und wieder Aufrichten die Massagebälle an der Wirbelsäule entlang hoch und runter.

Eine weitere Übung im Liegen wäre beispielsweise:

Seitlage einnehmen, der obere Arm wird im 90°-Winkel vor der Brust lang ausgestreckt und abgelegt (Handfläche zeigt zum Boden), und ein Igelball unter die Hand bzw. das Handgelenk gelegt.

Nun nur durch die Bewegung im Schultergürtel langsam einmal nach vorne und einmal nach hinten kippen und dies wiederholen. (Die Seitlage wird während der Übungsausführung beibehalten – die “Boden“-Schulter behält ihren Kontakt zur Matte, die obere Schulter bewegt sich während der Übungsausführung nie bis auf den Boden!). Durch diese Schaukel-Bewegung wandert der Ball vom Handgelenk zum Unterarm und wieder zurück. Auf diese verschiedenen Berührungspunkte sollte die Konzentration gelenkt werden.

Genauso kann man auch in der Partnerarbeit mit den Igelbällen den Rücken der am Boden liegenden Person links und rechts der Wirbelsäule durch Auf- und Abrollen massieren.

Vorteilhaft bei diesen Übungen aus der Eutonie ist es, wenn zuvor bereits eine Entspannungsfördernde Einleitung stattfand, da dadurch die Konzentration auf den Körper, die Bewegungsabläufe und die Berührungen mit der Haut erleichtert wird.

Wichtig ist auch eine entspannende Atmosphäre, vorherige Übungs-demonstration des Kursleiters und ausreichend Zeit für alleiniges Üben und Erspüren für die Teilnehmer.

Weitere Quellen zu diesem Thema:

“Eutonie. Ein Weg der körperlichen Selbsterfahrung” von Alexander, G., Kösel 1989

Advertisements

Read Full Post »