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Posts Tagged ‘Primula elatior’

Die 20 bis 30 cm hohe Pflanze hat einen glockenförmigen, fünfzahnigen Kelch, ist dottergelb, am Schlund orangenfarben. Das Aussehen der Blüte, die mit einem altertümlichen Hohlschlüssel Ähnlichkeit hat, oder die Ähnlichkeit des ganzen Blütenstandes mit einem Schlüsselbund gab der Frühlingsblume ihren Namen. Die Blume mit ihrer einfachen Dolde verströmt einen zarten, süßen Duft, an den sich viele Menschen aus ihrer Jugendzeit erinnern.

…eine Frühjahrspflanze gegen Depressionen

Die Wiesenschlüsselblume (lateinischer Name: Primula veris) blüht in der Zeit vom Frühjahr bis zum Frühsommer – genau gesagt von Aprils bis Juni. Die Waldschlüsselblume (lat.: Primula elatior) blüht in der Zeit von März bis Mai. Beide Arten sind geschützt.

Der Heilkundige Pfarrer Kneipp war ein Freund der Schlüsselblume; man sieht ihn häufig – diese Pflanze in der Hand haltend – abgebildet. Kneipp empfahl die Schlüsselblume als Tee oder in Wein gekocht, nach Schlaganfällen oder bei Gicht. Auch Hieronymus Bock schreibt in seinem Kräuterbuch: „Man gebe es schwachen, kranken Menschen, die keine Kraft mehr haben, desgleichen denen, die der Schlag gerührt hat.“ Bei Hildegard von Bingen, Äbtissin, Heilkundige und Deutschlands erste Ärztin, lesen wir: „Dieses Kraut enthält seine Kraft überwiegend von der Kraft der Sonne. Aus diesem Grund unterdrückt es die Schwermut im Menschen. Die Melancholie macht den Menschen traurig und in seinem Benehmen unruhig, wenn sie in ihm aufsteigt, und lässt ihn Worte gegen Gott aussprechen. Das bemerken die Luftgeister und machen ihn duch ihre Einflüsterungen wahnsinnig“ – soweit die heilige Heilkundige.

Mythologie: Verschiedene Sagen und Legenden ranken sich um die Schlüsselblume – eine davon lautet: „… als dem heiligen Petrus einst die Nachricht überbracht wurde, dass Unholde sich Nachschlüssel zur Himmelstüre angefertigt hätten, fiel ihm vor Schreck ein goldenes Schlüsselbund zur Erde. Er ließ sich dieses zwar sogleich zurückholen, aber an der Stelle, wo es zur Erde gefallen war, erblühten wunderschöne Blumen, die die Form der heiligen Schlüssel angenommen hatten.“ In Tirol heißen sie daher heute noch Petrusschlüssel.

Vorkommen: Anzutreffen ist die Wiesenschlüsselblume von der Ebene bis ins Gebirgsvorland häufig auf Wiesen, in Hainen und Gebüschen. Die Waldschlüsselblume kommt vom Hügelland bis ins Gebirge in Laubwäldern und auf feuchten Wiesen vor.

Anwendungsbereiche: Der Wirkungsbereich der Schlüsselblume reicht von leichter Melancholie über Schwermut und Depressionen bis hin zur Schmerzlinderung bei Migräne, Gicht und rheumatischen Erkrankungen. Auch zur zusätzlichen Behandlung eines Schlaganfalls soll Schlüsselblumentee hilfreich sein. Hildegard von Bingen beschreibt folgende Anwendungsweise: „…daher lege dieser Mensch das Kraut auf das Fleisch und an sein Herz, damit es davon warm werde, und die Plagegeister werden weichen, weil sie die Sonnenkraft dieses Krauts verschmähen.“

Zubereitung: Als Tee zubereitet, nehme man frische Schlüsselblumen, gieße heisses Wasser darauf und lasse sie eine Viertelstunde ziehen. Wer den Tee noch etwas kräftiger in seiner Wirkungsweise wünscht, der gebe etwas Pfefferminze zu. Ausser den Bülten kann man auch Wurzel und Blätter zu einem schweißtreibenden Tee verwenden. Aus dem blühenden Kraut stellt die Naturheilkunde ihre Essenzen her: „Alle Schlüsseli sind heilsam“, sagt Pfarrer Künzle, „die auf den Bergen, in den Gärten, auf den Wiesen wachsen, die blassen, die gelben und die farbigen“. Den dunkelgelben und besonders wohlriechenden gibt er den Vorzug in der Anwendung.

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